
Das Wort hat wenig Aussagekraft, weil es auf Grundlagen beruht, die heute nicht mehr von allen Menschen geteilt werden.
Unmoral im Bürgertum des 19. Jahrhunderts
Noch im 19. Jahrhundert unterschied man zwischen Morallosigkeit und Unmoral.
Morallosigkeit war demnach der fehlende Wille, den üblichen Sittengesetzen zu gehorchen und ihnen zu folgen, während die Unmoral darin bestand, schlechtere sittliche Grundsätze zu befolgen. In beiden Fällen wird vorausgesetzt, dass es überhaupt allgemeine sittliche Übereinkünfte gab, die jedermann kannte.
Dies ist zweifelhaft, weil es durch die Doppelmoral und verschiedene Unmöglichkeiten, immer „sittlich“ zu handeln, mehrere moralische Ebenen gab, die auch bereits damals (ja, sogar schon zu biblischen Zeiten) angewendet wurden.
Unmoral heute
Heute kann im Bereich der Sexualmoral kaum jemand sagen, was „unmoralisch“ ist. Man hat sich inzwischen darauf geeinigt, dass alles „unmoralisch“ genannt werden sollte, was einem anderen Menschen schaden könnte.
Ich lechze nach etwas anderem:
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