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Die Brüder Grimm und ihre Märchen-Erotik

Warum Märchen manchmal erotisch sind - und dann wieder nicht

Ein Artikel von Sehpferd (c) 2008 by sehpferd

as immer die Brüder Grimm an Märchen in die Hand bekamen – sie verfälschten sie, indem sie die Geschichten fremden Ursprungs nationalisierten, verniedlichten und enterotisierten. Freilich konnten sie dabei nicht verhindern, dass die weggenommenen Stellen nur noch mehr Fragen aufwarfen – und das Volk sehr wohl erkannte, was hinter manchen der verharmlosten Kindermärchen stand.

Unter allen Werken der Brüder sind Rotkäppchen, Schneewittchen, Dornröschen und Aschenbrödel die bekanntesten, in denen es erotische Komponenten gibt. Bei den drei Märchen Aschenbrödel, Dornröschen und Schneewittchen geht es dabei eindeutig um Problem der Adoleszenz und der erotischen Attraktivität des jungen Mädchens, während es bei Rotkäppchen um die Verführung durch einen Fremden geht – und auch ein bisschen um „Die Schöne und die Bestie“.

Was ist so erotisch am Gefressenwerden?

Beginnen wir bei Rotkäppchen. Was ist denn nun eigentlich so erotisch am Gefressenwerden? Man braucht keinerlei Spekulation dazu, sondern nur dort nachzusehen, wo die Grimms abgekupfert haben: bei einer höfischen Warngeschichte des Franzosen Perrault. Anders als bei Grimm muss sich das junge Mädchen im Haus der Großmutter nackt ausziehen, was keinen Zweifel am sexuellen Charakter des „Gefressenwerdens“ lässt, andererseits sagte auch Perrault in einem moralisierenden Nachwort, dass es nicht nur diesen Wolf gäbe, sondern viele solcher Wölfe, die es auf die Unschuld der Mädchen abgesehen hätten. Perrault errettet das Rotkäppchen im Übrigen nicht: Wer einmal die Unschuld verloren hat, hat sie eben verloren - daran ändert auch ein edler Jäger nichts mehr.



Die Zauberkraft der Liebe überwindet die Hinterlist

Nur im Aschenbrödel, das gleichfalls bei Perrault abgeschrieben wurde, siegt dir eine Liebe: Mit der eigenen Anmut und der Zauberkraft einer Fee obsiegt Cinderella und bekommt den Prinzen, der sie liebt. Die Grimms fügten dem Ganzen lediglich ein blutrünstiges Ende hinzu, das Perrault nicht kennt.

Nichts ist erotischer als der Tod und die Erweckung

Sowohl im Dornröschen, dem dritten bei Perrault abgeschriebenen Märchen, wie auch im Schneewittchen, spielt der „Scheintod“ eine Rolle: Das junge Mädchen verharrt in der Starre des Todes, bis sie der richtige Mann erlöst. Diese Erweckung aus dem todesähnlichen Schlaf entspringt ganz der späten Hingabe der Jungfrau an den Geliebten.

Die Erotik der frühen Jahre: Schneewittchen

Das Spektakulärste aller Märchen ist freilich Schneewittchen: Der hocherotische Mutter-Tochter-Konflikt wird von den Grimms auf die Ebene eines Stiefmutter-Stieftochter-Konflikts reduziert. Der erotisch anmutenden Handel Schneewittchen-Jäger wird völlig unglaubwürdig, weil beide mit verheerenden Folgen rechnen mussten, die aber merkwürdigerweise nicht eintraten. Umstritten ist die Rolle der „Zwerge“, die wohl von Grimm aus dem einzigen Grund der Verniedlichung ihres Zwischenaufenthalts eingebaut wurden – eine Frau unter sieben erwachsenen Männern wäre für das Bürgertum der damaligen Zeit unerträglich gewesen. Schließlich gibt es wieder die Szene der „schlafenden Schönheit“ wie im Dornröschen.

Gemeinsame Schwierigkeiten für die Illustratoren

Die Probleme bei den Märchen beginnen in der Regel dann, wenn sie illustriert werden: Wie soll das Rotkäppchen gezeigt werden? Als Grundschulkind, als unsichere Heranwachsende oder als etwas zu selbstbewusste, jugendliche Schönheit? Die gleichen Probleme mit einer kindhaften Darstellung treten, wenn auch nicht so stark, auch bei Schneewittchen und Aschenbrödel auf, während das Dornröschen in der Regel als reife Frau gezeigt wird.


First Affair - Leidenschaft und erotische Abenteuer


Zuerst: Die Grimms und die Märchen-Erotik

Dann: Das erotische Rotkäppchen


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Seite zuletzt geändert am 13.08.2008 um 20:58