
Das Taschentuch spielte in der romantischen Literatur, namentlich in den Unterhaltungsmagazinen des Bürgertums an der Schwelle zum 20. Jahrhundert, eine große Rolle. Die vornehmen Damen besaßen edle Taschentücher, die sie stets bei sich trugen, und das Taschentuch selbst galt als wertvoller Besitz.
Das Taschentuch fallen lassen
Es ist also kein Wunder, dass die Literatur davon spricht, dass eine "Dame" ihr Taschentuch fallen lassen würden, damit es ein Galan aufhebt und ihr zurückbringt, wodurch ihm eine Kontaktmöglichkeit eröffnet wurde.
Kenner der bürgerlichen Verhältnisse jener Jahre vermuten allerdings eher, dass es sich bei diesen "Damen" nicht um Bürgermädchen handelte, sondern um Halbweltdamen, die über das Hilfsmittel des Taschentuchs ihre Liebhaber suchten. Es war also vermutlich eher eine Aufforderung einer "besseren" Hure an einen Freier, sie doch anzusprechen. In der Literatur wurde diese Praxis dann möglicherweise entschärft und romantisiert.
Ich lechze nach etwas anderem:
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