
Der Ödipuskomplex ist einer der wenigen behaupteten „Komplexe“ aus der Psychoanalyse, der seinen Weg bis in den Volksmund hinein gefunden hat. Recht grob vereinfacht, ist damit der Wunsch des pubertierenden Knaben gemeint, die Mutter erotisch zu begehren und mit dem Vater zu rivalisieren. Die eigentliche Rivalität wird auch „Ödipuskonflikt“ genannt.
Die Bedeutung des Ödipuskomplexes ist geringer als sein "Entdecker" Sigmund Freud angenommen hatte, und es handelt sich auch nicht eigentlich um einen Komplex, sondern um einen natürlichen Konflikt im Reifeprozess: der junge Mann muss lernen, welche Frauen als Sexualpartner in Frage kommen und welche nicht und wie er seine Gefühle und Rivalitäten bewältigen und lenken kann.
Der Ödipuskomplex war der erste in einer Reihe meist frei erfundener „Komplexe“, die Psychoanalytiker erfanden, als handele es sich dabei um einen Wettbewerb. Carl Gustav Jung beschrieb schnell den gegenteiligen „Elektra-Komplex“, die übermäßige Liebe des jungen Mädchens zu ihrem Vater bei gleichzeitiger Rivalität mit der Mutter. Auch hier handelt es sich nicht um einen Komplex, sondern um einen naturgegebenen Konflikt.
Ich lechze nach etwas anderem:
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