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Das seriöse Lexikon der Liebe und der Erotik

Was ist eigentlich...:

"Keuschheitsgürtel"


Gerüchte um Kreuzritter und ihre Damen

In früheren Zeiten wurden Keuscheitsgürtel stets mit den Kreuzrittern in Verbindung gebracht, die nach der Legende für ihre Damen schmiedeiserne Gürtel anfertigen ließen, die mindestens die Vagina, manchmal aber auch den Anus so weit verschlossen, dass es nicht mehr möglich war, die Damen zu penetrieren. Die vaginale Öffnung wurde dazu nicht nur besonders schmal gehalten, sondern auch noch mit Zacken ausgestattet, sodass dem Liebhaber die Lust an der Dame schnell vergehen sollte.

Was war der Gürtel wirklich?

Tatsächlich wurde der Keuschheitsgürtel (auch Florentiner Gürtel oder Venusgürtel) bereits um 1400 erwähnt, und viele Informationen besagen, dass er nicht nur in Massen produziert wurde, sondern auch fleißig im Gebrauch war. Was nicht zu stimmen scheint, ist, dass der Gürtel über lange Zeit getragen werden konnte, und es ist auch sehr unwahrscheinlich, dass er "angeschmiedet" wurde, denn viele dieser Gürtel hatten Schlösser.

Schutz vor Vergewaltigungen?

In späteren Jahren, namentlich während der viktorianischen Zeit, wurden Keuschheitsgürtel vor allem gegen die damals als äußerst gefährlich angesehene Selbstbefriedigung oder als Schutz gegen Vergewaltigungen eingesetzt.

Moderner Einsatz: "Keuschhaltung"

Heute werden solche Gürtel in unterschiedlichen Varianten von Paaren eingesetzt, um sogenannte "Keuschhaltungen" durchzuführen. Dabei wird der Partnerin (und manchmal dem Partner) tagelang jede sexuelle Betätigung verweigert, um sie dann an einem einzigen Tag verstärkt zu genießen. Die BDSM-Anhänger mögen dabei auch durchaus Freude an der Erniedrigung haben, und manche Frauen berichten voller Stolz, wie lange sie einen Keuschheitsgürtel tragen konnten.

Die heutigen Gürtel sind entweder den historischen nachempfunden oder sie haben raffinierte Verschlusssysteme, die es der Trägerin tatsächlich unmöglich machen, sich selbst zu befriedigen oder den Geschlechtsverkehr auszuüben. Teilweise enthalten sie Elemente zur erotischen Stimulation, entweder durch innenliegende Dildos (auch Analdildos) oder Elektroerotikgeräte - dadurch ist es möglich, sie auch zur erotischen Folter zu nutzen.

Man sagt auch: Keuschheitsgeschirr, da es sich nicht eigentlich um Gürtel handelt.Dies gilt besonders für die letzter zeit massenhaft produzierten "Keuscheitsgürtel für Männer".


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Seite zuletzt geändert am 27.03.2008 um 06:28