
Der Begriff Hausfrauenprostitution wird erst seit kurzer Zeit (21. Jahrhundert) verwendet und bezeichnet eine Art von Prostitution, die angeblich aus wirtschaftlicher Not betrieben wird. Wie so viele andere Begriffe auch, wurde das Wort relativ unqualifiziert durch die Medien verbreitet. Dabei kommt der Berichterstattung über eine beliebte Fernsehserie ("Tatort") eine besondere Rolle zu.
Tatsächlich ist die Hausfrauenprostitution nichts als eine Sonderform der Gelegenheitsprostitution, die bereits in den bürgerlichen Zeiten des späten 19. Jahrhunderts bekannt war, besonders aus dem "Maison de Rendezvous" in Frankreich, in dem zahlreiche Hausfrauen als Gelegenheitsprostituierte arbeiteten. Sie nannten dies auch "das Budget zu balancieren". In Deutschland wusste man aus jener Zeit von zahlreichen Frauen, die "wussten, sich das Nadelgeld aufbessern", was praktisch die gleiche Bedeutung hatte.
In diesem Zusammenhang ist interessant, dass in der heutigen Presse weitgehend von der "Hausfrauenprostitution aus Not" gesprochen wird, während dieses Phänomen Ende des 19. Jahrhunderts eindeutig dazu diente, Luxusbedürfnisse zu befriedigen.
Dass derartige Dinge selten ruchbar wurden, lag daran, dass das Bürgertum hinter einer Fassade der Wohlanständigkeit zu leben versuchte und alle Dinge als "intern" abtaten, die nicht von anderen menschen an die Öffentlichkeit gezerrt wurden. Mit anderen Worten: es gab keine Prostitution verheirateter Bürgerinnen, weil es sie nicht geben dufte - nicht, weil es sie nicht gab.
Ich lechze nach etwas anderem:
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