
Kaum ein Begriff in der Erotik ist negativer besetzt als die Gewalt. Dabei hat das Wort seinen negativen Beigeschmack gar nicht verdient: Das Wort leitet sich aus dem „walten“ her, also vom Herrschen. Wer „schalten und walten kann, wie er will“ ist ein unabhängiger Erwachsener – also kein Grund, die Gewalt an sich negativ zu sehen.
Gewalt als „Herrschen“
In der Demokratie geht „alle Gewalt vom Volke aus“ – das Volk herrscht also. Der demokratische Staat kennt auch die Gewaltenteilung in Legislative und Exekutive.
Gewalt als Brutalität
Im Deutschen wird „Gewalt“ zunehmend mit „Nötigung“ oder „Brutalität“ verwechselt. Das liegt zum Teil daran, dass sich deutsche weigern, eine beschreibende Dimension zu wählen: „Brutale Gewalt“ und „sanfte Gewalt“ bezeichnen in völlig unterschiedlicher Weise den Nachdruck, der bei einer Handlung angewendet wurde. Weil dies so ist, wird der Begriff in Deutschland seit langer Zeit missverständlich verwendet.
Vergewaltigung
Das Wort „Vergewaltigung“ bedeutet außerhalb der Juristerei „jemanden gegen seinen Willen zu einer Handlung zwingen“. Im Bereich der Sexualität steht das Wort heute weitgehend für die älteren Wörter „Bemächtigung“ und „Notzucht“.
Gewaltpornografie
Besonders deutlich wird der falsche Wortgebrauch beim Wort „Gewaltpornografie“. Gemeint ist dabei eine Pornografie, bei der Menschen durch brutales Vorgehen zu sexuellen Handlungen gezwungen werden.
Ich lechze nach etwas anderem:
|
| ||
|
(Alle unsere Beiträge sind unter © 2008 by Gebhard Roese, Budapest) |