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Was ist eigentlich der...:

"Geständniszwang"


Psychologische Ursprünge des Geständniszwangs

Der Geständniszwang ist in der Psychologie der zwanghafte Wunsch, sich innerhalb eines Geständnisses mitzuteilen und sich bereits dadurch zu erniedrigen. Man muss sich dazu vorstellen, dass zu der Zeit, als man vom Geständniszwang zu sprechen begann, noch fast jede sexuelle Äußerung, die über den „gewöhnlichen Geschlechtsakt“ hinausging, als „Perversion“ bezeichnet wurde. Durch das Geständnis solcher Bedürfnisse öffnete man sich also einem anderen Menschen und transformierte das „Schreckliche“ daran in Kommunikation, wodurch es gemildert wurde.

Die Formulierung stammt im Ursprung von Theodor Reik (1925), der Hintergrund der „Milderung durch Kommunikation“ stammt von Dorothy Tiffany Burlingham, die annahm, die Ursache für den Geständniszwang sei, das „verbotene Erlebnis in ein Erlebnis zu zweit“ zu verwandeln. Damit käme dem Geständniszwang eine ähnliche Bedeutung zu wie der Beichte in der katholischen Kirche.

Heute sagen viele wissenschaftliche Werke aus, der Geständniszwang bestehe darin, eine Tat zu gestehen, die man niemals begangen habe. Es ist zweifelhaft, ob diese Formulierung dem ursprünglichen Sinn des Phänomens gerecht wird.

Geständniszwang und Bestrafunswunsch

In vielen Fällen erwartet der Mensch, der dem Geständniszwang unterliegt, dann eine Strafe. Oftmals wird das Geständnis nur abgelegt, um sich für die Strafe zu qualifizieren. Man spricht deshalb auch von einem Bestrafungswunsch.

Geständniszwang im erotischen Rollenspiel

Im heutigen erotischen Rollenspiel wird der Geständniszwang häufig verwendet, um eine sexuelle Verfehlung (zum Beispiel Selbstbefriedigung,homosexuelle Handlungen, geheime Wünsche), zu „gestehen“, auch wenn sie gar nicht verwirklicht wurden. In ähnlicher Weise können auch kleine kriminelle Delikte gestanden werden, die es nie gegeben hat. Zumeist wird dies innerhalb eines rituellen Rollenspiels erreicht, zum Beispiel in Form eines erotischen Verhörs oder der erotischen Beichte, im Extremfall auch unter einer erotischen Folter.

Auf das Geständnis folgt dann zumeist eine Bestrafung, die in einer „Haftstrafe“ (zum Beispiel Dunkelhaft, Kerker) oder in einer Körperstrafe (Schläge) bestehen kann. Die Art der Strafe ist zumeist abhängig von der Rollensituation der Spieler.

Weite Verbreitung des Geständniszwanges

In der heutigen Zeit müssen Personen in verantwortlichen Positionen oftmals Entscheidungen fällen, deren sie sich eigentlich schämen. Da keine dieser Handlungen jemals „vergolten“ wird, ist der Wunsch gerade bei solchen Personen groß, einen Bestrafungswunsch in die Wirklichkeit umzusetzen. Hintergrund ist eine gesellschaftliche Norm, die besagt, dass die Tat durch die Strafe vollständig gesühnt wird. Dies mag neben anderen Motiven der Grund dafür sein, warum gerade Manager und Managerinnen sich solchen Strafen unterziehen – von der Lust an der Körperstrafe an sich einmal abgesehen.

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Seite zuletzt geändert am 26.05.2010 um 14:01