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Die Wahrheit über die Minne

Erotische Schwärmerei und Ehebruch - was die Minne wirklich war

Ein Artikel von Sehpferd - © 2008 by sehpferd

as Wort Minne bezeichnet eine Art erotische Schwärmerei, die allein durch die sogenannten Minnesänger dokumentiert ist. Zugleich ist aus ihren Schriften erkennbar, dass es oft nicht bei der Schwärmerei blieb – das Ziel war vielmehr, das Herz der Geliebten in mehreren Schritten zu gewinnen, wobei das endgültige Ziel der Geschlechtsverkehr war.

Die Behauptung, die Minne habe etwas „Edles“ resultiert daraus, dass es der Jüngling alleine mit seinen Versen und seinen Diensten schaffen musste, das Herz der Dame zu betören. Verschwiegen wird dabei gerne, dass es ich im heutigen Sinne um Ehebruch handeln würde, denn die Damen waren stets verheiratet. Auch die Behauptung, es habe eine „hohe Minne“ im Sinne der bloßen Verehrung der Geliebten und eine „niedere Minne“ im Sinne von Geschlechtsverkehr gegeben, kann aus historischen Quellen nicht bestätigt werden.

Zur Zeit der Minnesänger, also etwa im 11. Und 12. Jahrhundert wurde das Wort „Minne“ für die geschlechtliche Liebe gebraucht, während man das Wort Liebe im Sinne von „wohlfühlen“ benutzte. Dieser Wortgebrauch ist teilweise bis heute erhalten geblieben, wenn man beispielsweise sagt: „Er liebte es, ein gutes Glas Portwein vor dem Schlafengehen zu trinken“.

Alte Lexika behaupten, dass der Begriff der „Minne“ bereits seit etwa 1500 ausschließlich für den Geschlechtsgenuss angewendet wurde – das Wort geriet dadurch schnell in Verruf und wurde mehrere Jahrhunderte lang nicht mehr gebraucht.

Erst im 18.Jahrhundert wurde der Begriff der Minne durch sogenannte „Volksdichter“ wiederbelebt, die glaubten, im Geiste der alten Minnesänger zu schreiben, in Wahrheit aber eine Art Kitsch für die bürgerlichen Stände produzierten. Einer dieser Dichter war Ludwig Christoph Heinrich Hölty, der von 1748 bis 1776 lebte. Lexika behaupteten noch um 1900 herum, er und seine Freunde hätten der Minne ihren ursprünglichen Sinn zurückgegeben.

Später wollten moralisierende Schulmeister wissen, dass die Minne eine Sache edler Ritter gewesen sei, die gewissermaßen vor den Schlafzimmern ihrer Geliebten schmachteten ohne nach einer erotischen Gunstbezeigung zu gelüsten. Diese Meinung wird auch heute noch in einigen Lexika vertreten, entbehrt aber jeder Grundlage. Um der Behauptung Nachdruck zu verleihen, wird häufig behauptet, dass die höfische Liebe der Ritter die „hohe Minne“ gewesen sei, die von der „niederen Minne“ zu trennen wäre. Die Auffassung, dass der Ritter aus Edelmut und Güte Damen verehrte, passte ausgezeichnet in die bürgerliche Epoche und in die deutsche Romantik, die den Edelmut verherrlichte und dabei auf die historische Wahrheit so gut, wie keine Rücksicht nahm. Das Verfälschen hatte damals Methode: In der damaligen Zeit wurden sogar Märchen verfälscht, um ihnen die erotischen Grundlagen zu entziehen.

So wurde mit den Jahren aus der Kunst der raffinierten Verführung, dem ritualisierten Ehebruch und einer literarischen erotischen Schwärmerei („Minnesang“) der Begriff der Minne zu einer edelen, entfernten und platonischen Liebe verfälscht und verherrlicht.

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Seite zuletzt geändert am 10.08.2008 um 20:22