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Wissenschaftliche Annäherung an die Hure

Ein Artikel von Sehpferd - © 2008 by sehpferd

Wie ich bereits in diesem Beitrag beschrieb, ist die Suche nach verlässlichen Quellen über die Prostitution ausgesprochen schwierig. Dies hat im Wesentlichen folgende Gründe:

- Nur selten ist klar, wer eigentlich als Hure gesehen wird – jede Sexarbeiterin oder nur solche, die den Geschlechtsverkehr aktiv in Anwesenheit ausführen? Und von diesen, wie viele arbeiten davon wirklich in Bordellen oder auf dem Straßenstrich? Wie viele arbeiten völlig „privat“ oder in Teilzeit? Ist das Verkaufen von „Zeit“ an sich schon Prostitution?

- Als Quellen kommen überwiegend Schriften von Huren und an der Basis recherchierte Werke über Huren in Frage. Davon gibt es viel zu wenige.

- Die Quellen, die in der Öffentlichkeit am häufigsten zitiert werden, stammen aus Polizei- und Justizdaten. Diese sind aber zweifelhaft, weil sie nur wenige Aspekte der Prostitution erfassen.

- Die Forschungen an Frauen, die Probleme mit der Prostitution bekommen haben und deswegen ausgestiegen sind, repräsentieren nicht die Prostitution, sondern werden an schwachen und kranken Menschen durchgeführt. das ist unseriös.

- Die Forschungen von Gutmenschen-Feministinnen haben schon deshalb keinerlei Glaubwürdigkeit, weil Huren solchen Frauen keine Auskünfte geben – indessen gibt es Huren, die sich durchaus selbst als Feministinnen fühlen.

- Die Aussagen von Huren sind auch beim besten Willen und sorgfältigster Forschung nicht immer zu verifizieren. Dies betrifft vor allem das Einkommen, dass stets „heruntergeredet“ wird.

- Die Motive zur Prostitution (Abhängigkeit, Elend, Arbeitslosigkeit, Berufslosigkeit, Aussichtslosigkeit) gibt es – darüber hinaus gibt es aber auch Motive wie Selbstständigkeit, freie Zeiteinteilung, Spitzeneinkommen und Hypotheken.

Viele Meinungen - aber nur ein brauchbares Buch

Die Berliner Autorin Tamara Domentat bürstet in ihrem Buch „Laß dich verwöhnen – Prostitution in Deutschland“ 70 Vorurteile gegen Huren gegen den Strich – von „Licht und Schatten“ des Gewerbes über „Gewinn und Verlust“ bis hin zum „Kartell der Gutmenschen“.

Ihr Fazit: Die These, dass Sexarbeit Frauen grundsätzlich psychisch schädigt oder traumatisiert, entbehre jeder Grundlage. Für die „Hurenretter“, die meist aus den Kreisen bürgerlicher „Gutmenschen“ stammen, hat sie auch wenig übrig: es ginge den Kritikern, so schreibt sie, hauptsächlich darum, die „Hegemonie ihres eigenen Lebensstils als zeitlos mustergültig zu verteidigen“.

Man mag an diesem Buch Kritik üben, mag sagen, dass die Hure als zu positiv dargestellt wird oder sich darüber echauffieren, dass zu wenig über die „Fleischfabriken“ berichtet wird – jene Bordelle, in denen die Preise gedrückt werden und in denen die Huren unter unmenschliche Bedingungen arbeiten. Auch das Elend der oft sklavisch gehaltenen „Importhuren“ wird hier nicht ausreichend verdeutlicht. Doch das war auch nicht unbedingt das Ziel des Buches – ja, es kann gar nicht das Ziel gewesen sein.

Wer nur halbwegs nachdenkt, wird sich erinnern, dass es in den meisten Branchen Legalität und Illegalität gibt – und es ist wohl selbstverständlich, dass man, wenn man eine Berufsgruppe betrachtet, zuerst in die Legalität eintaucht.

Tamara Domentat:
"Laß dich verwöhnen" – Prostitution in Deutschland
Gebundene Ausgabe - 320 Seiten - Aufbau-Verlag
Erscheinungsdatum: Februar 2003
ISBN: 3351025505


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Seite zuletzt geändert am 10.07.2008 um 18:30